Warum die Douro-Linie zu den großen Bahnreisen Europas gehört
Vor der Bahn gelangte der Wein vom oberen Douro über schlechte Straßen oder auf dem Fluss selbst nach Porto, eine harte und gefährliche Fahrt. Der Bau der Strecke begann 1875 in Ermesinde bei Porto. Der erste Zug erreichte Régua vier Jahre später und 1880 Pinhão, das als Endpunkt gedacht war. Auf Druck der Kaufleute aus Porto und von Dona Antónia Ferreira, der großen Gestalt des Portweinhandels, wurde die Strecke weiter das Tal hinauf gebaut: 1883 bis Tua, 1887 dann bis Barca d'Alva und zur spanischen Grenze, mit durchgehendem Verkehr bis Salamanca. Der Abschnitt hinter Pocinho wurde 1988 stillgelegt, und heute ist die Strecke 172 km lang, mit 37 Bahnhöfen und Haltepunkten.
Der eigentliche Grund für die Reise ist die Landschaft, durch die sie führt. Die UNESCO nahm die Weinregion Alto Douro 2001 in die Welterbeliste auf, 24.600 ha einer Landschaft, in der seit rund 2.000 Jahren Wein erzeugt wird: Terrassen, Quintas, Dörfer und Kapellen, alles vom Weinbau geprägt. Die CP bezeichnet sie als das älteste abgegrenzte Weinbaugebiet der Welt. Die Strecke folgt dem Fluss fast den ganzen Weg, und von Régua bis Pinhão und Tua verläuft sie so nah am Wasser, dass die Terrassen direkt am Fenster zu beginnen scheinen. Sie führt durch alle drei Teilgebiete des Douro, Baixo Corgo, Cima Corgo und Douro Superior, und sie beginnt in einer zweiten Welterbestätte, der Altstadt von Porto.
Das Beste daran: Es braucht keinen besonderen Zug. Die regulären InterRegional-Züge fahren die ganze Strecke, und die als MiraDouro verkauften Züge bestehen aus restaurierten Schweizer Schindler-Wagen aus den späten 1940er-Jahren und Sorefame-Wagen aus den frühen 1970er-Jahren, beide mit Fenstern, die sich öffnen lassen, zum normalen Fahrpreis.










