Warum die West Highland Line zu den großen Bahnreisen gehört
Die Strecke entstand in zwei Etappen. Die West Highland Railway wurde 1894 eröffnet, von Craigendoran am Clyde bis Fort William. Im Rannoch Moor war der Sumpf zu weich für Fundamente, also ließ man die Gleise auf einem Bett aus Reisig, Wurzeln, Erde und Asche darüber schwimmen. Als im Sommer 1893 das Geld ausging, rettete ein Direktor, J H Renton, die Gesellschaft vor dem Bankrott, die Bahnarbeiter meißelten seinen Kopf in Stein; er steht noch heute am Ende des Bahnsteigs im Bahnhof Rannoch.
Die Verlängerung nach Mallaig wurde am 1. April 1901 eröffnet, und ihr Bauunternehmer, Robert McAlpine, baute sie aus Stampfbeton, was ihm den Spitznamen Concrete Bob einbrachte. Sein Glenfinnan-Viadukt, 21 Bögen und 380 Meter lang, in einer Kurve über dem River Finnan, ist der längste Betonviadukt Schottlands und als Baudenkmal der Kategorie A geschützt. Die Bahnhöfe des ersten Abschnitts wurden als Ensemble entworfen: Mittelbahnsteige unter geschwungenen Dächern im Stil Schweizer Chalets, und in Rannoch sollen die bogenförmig geschnittenen Schindeln aus der Schweiz stammen.
Was die Strecke groß macht, ist die Reihenfolge. Zuerst Meeresarme, dann der Loch Lomond, hoch über seinem Westufer, dann rücken die Berge heran, dann gar nichts mehr: das Moor, mit dem Bahnhof Corrour auf 408 Metern und keiner Straße dorthin. Nach Fort William biegt die Strecke nach Westen zur Küste ab, vorbei an dem Denkmal dort, wo der Aufstand von 1745 begann, und endet zwischen den Inseln. 1984 kehrten die Dampfzüge auf die Strecke nach Mallaig zurück, und im Sommer fährt der Jacobite sie bis heute, aber der ganz normale Zug von ScotRail fährt über denselben Viadukt, für einen Bruchteil des Preises.










